Einst unwegsamer Sumpf, heute Landschaft voller Geschichten 

Jahrhundertelang war De Peel ein wildes, sumpfiges und unwegsames Hochmoorgebiet. Die Römer nannten die Gegend paludosus, was „sumpfartig“ bedeutet und wohl die etymologische Wurzel von „Peel“ bildet. Ein Ort, der schlecht zugänglich war, in dem man sich besser nicht verirrte und in dem zu siedeln fast unmöglich erschien. Bis im Peel das schwarze Gold entdeckt wurde. Von diesem Zeitpunkt an veränderte sich die Landschaft nach und nach in eine Gegend, in der Menschen arbeiteten, wohnten und in späterer Zeit sogar um ihre Freiheit kämpften.

Entdecke die Geschichte und die Geheimnisse des Peel durch Erzählungen über den Torfabbau, durch Legenden wie denen von Weißen Frauen und Irrlichtern, aber auch durch die Berichte von schweren Kämpfen während des Zweiten Weltkriegs. Die Spuren, die die Vergangenheit in der Peel-Landschaft hinterlassen haben, sind heute noch sichtbar. 

Rising sun in landscape with dew on grass
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Marijke Vaes

Torfstechen: die harte Arbeit, die De Peel schuf 

Als das Hochmoor De Peel noch ein nasser Sumpf war, bestand es aus dicken Schichten abgestorbenen Pflanzenmaterials mit einem Querschnitt von mehreren Metern. Bereits im 13. Jahrhundert fand man heraus, dass Moorsoden, wenn man sie trocknete, als Torf einen guten Brennstoff darstellten. Lange Zeit fand das Torfstechen nur in kleinem Maßstab, meist für den privaten Gebrauch statt.  

Der Schwarze-Gold-Rausch 

Mit seiner wachsenden Bedeutung als Brennstoff wurde Torf, „das schwarze Gold“, in immer größerem Umfang abgebaut. Der Höhepunkt der Torgewinnung lag in den Jahren 1850 bis 1930, als Wälder nahezu verschwunden waren und Brennholz rar wurde. Auf dem Boden der Region Brabant erfolgte dies in großem Maßstab durch die Firma van der Griendt, die zum Torftransport schnurgerade Gräben und Kanäle aushob. Auf der limburgischen Seite der Grenze stach jeder Bauer auf seiner gepachteten Parzelle seinen Torf selbst und fuhr ihn auf einem Karren heim. So entstanden verteilt über das ganze Peel kleine und große Moorgruben und schmale Torfkanäle.

Zudem siedelten sich immer mehr Menschen und auch zunehmend Industrie an. Dank der Grabung verschiedener Kanäle wie Zuid-Willemsvaart, Helenavaart und des Kanals von Deurne entstand ein Wasserstraßennetz, auf dem der Torf abtransportiert werden konnte. Darüber hinaus wurden Maschinen zum Torfabbau entwickelt.  

Oude zwartwitfoto van turfstekers die op en naast grote stapel turf staan
Staatsbosbeheer
Oude zwartwitfoto van turfsteker die turf afgraaft
Staatsbosbeheer
Oude zwartwitfoto van stapel turfblokken
Staatsbosbeheer

Von der Torfindustrie zurück zur Natur 

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab das Moor auf wenige Reste geschrumpft. All diese Eingriffe hatten die Landschaft erheblich verändert. Das einst dicht bewachsene, sumpfige Hochmoor hatte sich in einen offenen, wasserreichen Landstrich verwandelt. Die abgetorften Areale wurden in der Folgezeit urbar gemacht, um Wiesen und Felder anzulegen. Doch 4000 Hektar bleiben als Naturschutzgebiet erhalten. Davon wurden 1400 Hektar im Jahre 1993 als Nationalpark De Groote Peel ausgewiesen. 

Mehr Informationen zum Torfabbau 

In der Landschaft

Wer heute durch den Landstrich wandert, findet große Seen, kleine Moorteiche und lange Linien (Torfgräben und Kanäle), die wie Narben an den Torfabbau der Vergangenheit erinnern. Sogar Unterschiede zwischen der Torfgewinnung in Limburg und Brabant lassen sich in der Landschaft erkennen. 

Auch die Namen der Ortschaften in dieser Gegend stammen aus der Zeit der Torfstecher. Der Name des Moorsees „Aan ’t Elfde“ im Groote Peel weist diesen als die elfte Parzelle aus, in der Torf gestochen werden durfte.

Zeitreise in die Vergangenheit

Mehrere (Freilicht-) Museen geben Einblicke in die Arbeit und das Leben der einstigen Torfarbeiter,  wie zum Beispiel  das Museum Klok & Peel, Toon Kortooms Park und das Peelmuseum.

Vaart in hoogveenlandschap
Marijke Vaes
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Water body with birds and birches along the shore
Peellandschaft mit Moor und Bäumen

De Peel: Sagen, Legenden und Sumpfgeheimnisse 

Auch wenn das Peel immer weiter erschlossen wurde und zunehmend Menschen in seinem Gebiet wohnten und arbeiteten, blieb es doch ein unheilvoller Ort. Nebel, Sumpflöcher und schier endlos erscheinende Weite ließen Wanderer leicht in die Irre gehen. Wenn an nach einem Tag harter Arbeit zusammenkam, machten vielerlei Geschichten die Runde. Über gespenstische Wesen in der Ferne, schreckliche Geräusch und Leute, die ins Moor gegangen waren und nie zurückkehrten. In einer Zeit ohne Fernsehen, Radio oder Internet wurden diese Erzählungen von Mund zu Mund weitergegeben. Und so wurden sie von Generation zu Generation immer spannender ausgeschmückt. 

Irrungen und Wirrungen 

Sobald die Sonne untergeht und sich die Dämmerung ausbreitet, kommen sie zum Vorschein. Aus den tiefsten Tiefen der Erde sprudelt der Schlamm, aus dem die Quälgeister jammernd wiederauferstehen. Nebelschwaden werden zu Weißen Frauen, Seelen von Frauen, die noch nicht die ewige Ruhe gefunden haben. Die eine warnt dich vor der Gefahr, die andere versucht im Gegenteil die noch tiefer in den Sumpf zu locken. Auch Irrlichter können den Wanderer auf die falsche Fährte bringen. Wer das Geheimnis des Sumpfes durchschaut, weiß, dass die flackernden Lichter nichts weiter als brennendes Sumpfgas sind. Doch selbst mit diesem Wissen bleibt das Sumpfgeheimnis des Peel unergründet und kann sich das Moor durchaus als Mutprobe erweisen. 

Misty landscape by the water
Marijke Vaes

Fantastischer Fund: der römische Helm

Im Jahre 1910 fand der Torfstecher Gabriël (Gebbel) Smolenaars aus Meijel in der Nähe von Helenaveen einen vergoldeten, silbernen Paradehelm aus der Römerzeit. Man geht davon aus, dass der Helm eine Opfergabe war, aber auch andere Erzählungen machen die Runde. So soll der verirrte Reiter auf der Suche nach seinem Helm noch immer das Peel durchstreifen.

Erfahre bei einer Radtour mehr über diese Legende. Der Fundort ist einen Besuch wert und die Museen Klok & Peel und Peel en Maas halten Repliken und Wissenswertes zu den Sagen und Legenden bereit. 

Zwei Torfstecher auf der Wiese mit goldenem Helm
Willeke Machiels
Golden helmet on pole next to meadow in nature
Land of the Peel

Der Zweite Weltkrieg: Kämpfe in einer unwirtlichen Landschaft

Die Ruhe, die heutzutage über dem Peel liegt, täuscht über eine Vergangenheit voller Krieg und Kampf hinweg. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs war das Hochmoor De Peel neben der Normandie eine der am schwersten umkämpften Regionen. Die Unwegsamkeit des Geländes bot dank der vielen Verstecke in der Landschaft enorme strategische Vorteile, aber zugleich auch Gefahren. 

Eine Linie durch den Sumpf 

Zu Beginn des Krieges war die Moorlandschaft des Peel Teil der Peel-Raam-Stellung, einer langen Verteidigungslinie aus Kasematten, Schützengräben und Sperranlagen, die sich von Grave bis nach Weert erstreckte. Das sumpfige Gelände sollte den Feind abschrecken. Doch am 10. Mai 1940, dem ersten Kriegstag der Niederlande, fiel die Linie. 

Belfort de Vossenberg

Rund um den 22 Meter hohen Aussichtsturm Belfort de Vossenberg liegen fünf Kasematten, die zur Peel-Raam-Stellung gehörten. Auch sind noch die Spuren der Geschosseinschläge sichtbar, vor denen die Soldaten nur durch diesen Betonschild geschützt waren. Ein Fluchtweg, der schon vor Jahrhunderten für den Torfabbau im Peel von entscheidender Bedeutung war, ist heute ein Wanderweg. 

Uitkijktoren Belfort Vossenberg zwischen Bäumen
Belfort Vossenberg
Landschaft with casemate and flat stone with sign and crosses on it
The context text `Belfry of Vossenberg
Kazemat
Belfry Vossenberg

„Death Valley“ De Peel

Während der heftigen Luft- und Bodenkämpfe zwischen 1940 und 1945 stürzten hier unzählige Flugzeuge ab, wodurch das Gebiet den Beinamen „Death Valley“ erhielt. Ein paar dieser Absturzorte sind heute noch in der Landschaft zu erkennen, wie zum Beispiel im Mariapeel, wo ein Denkmal die Stelle markiert, an der ein britischer Pilot zu Tode kam. Ein Radwegenetz mit einer Gesamtlänge von 400 Kilometern macht die Geschichte des Death Valley De Peel im doppelten Sinne erfahrbar. 

Mehr erfahren über De Peel im Zweiten Weltkrieg 

In mehreren Museen wird die Geschichte des Krieges im sumpfigen Gelände des Peel beleuchtet: 

War Memorial in a High Moor Landscape
<p>The context text <span title="Simone Wittgen">Simone Wittgen</span></p>